Pfizer-Preis für Katrin Preller

Rund 11 000 Menschen in der Schweiz sind abhängig von Kokain. Langfristig werden die Organe geschädigt, die Betroffenen können psychische Probleme bekommen, und viele verlieren ihre Arbeit. Kokain lässt die Menge bestimmter Botenstoffe im Hirn ansteigen, was ein Glücksgefühl auslöst. Dieses Gefühl ist stärker als es «natürliche Glücksquellen» wie gutes Essen, Sport oder Treffen mit Freunden auslösen. Die Abhängigen halten die Droge für immer wichtiger, weil sie ein so starkes Glücksgefühl auslöst, gleichzeitig verlieren die natürlichen Glücksquellen an Bedeutung. Die Betroffenen haben ein kleineres soziales Netzwerk, fanden die Psychologin Katrin Preller und ihre Forschungskollegen heraus. Mit Aufnahmen des Hirns und Computertests konnten sie zeigen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten von Kokain weniger Glücksgefühle spüren, wenn sie sozial interagieren. Je geringer das Glücksgefühl, desto weniger Freunde und Bekannte hatten sie. Das könnte erklären, warum Kokainabhängige oft Beziehungen nicht aufrecht erhalten. Gängige Psychotherapien setzen voraus, dass die Abhängigen ein positives Gefühl spüren, wenn sie sich statt Kokain wieder mehr natürlichen Glücksquellen zuwenden. Aufgrund der Erkenntnisse von Katrin Preller wäre es wichtig, dass die Betroffenen erst wieder lernen, positive Gefühle durch soziale Interaktionen zu spüren. Für Ihre Forschung wird die Psychologin mit einem der diesjährigen Pfizer Forschungspreise ausgezeichnet. Die Stiftung Pfizer Forschungspreis zeichnet jährlich je zwei Arbeiten aus den Fachbereichen Herzkreislauf/Urologie/Nephrologie, Infektiologie/Rheumatologie/Immunologie und Neurowissenschaften/Erkrankungen des Nervensystems aus. Der Pfizer Forschungspreis ist jährlich mit über 100.000 Franken dotiert. Seit 1992 wurden insgesamt 257 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler damit ausgezeichnet.